Für eine V1 kostet ein Festpreis-Paket fast immer weniger als die Abrechnung nach Aufwand, weil es das Risiko von Überschreitungen — Termine, Umfang, Bugs — vom Kunden auf den Dienstleister verlagert. Die Abrechnung nach Aufwand (pro Tag oder Stunde) lohnt sich nur, wenn der Umfang wirklich beweglich ist und du das Team selbst steuerst. So entscheidest du, mit Zahlen.
Festpreis oder Aufwand: zwei Wege, das Risiko zu verteilen
Beide Modelle bezahlen dieselbe Arbeit, aber sie legen das Risiko auf entgegengesetzte Seiten des Tisches.
- Festpreis: ein vorab definierter Umfang, ein fester Preis, ein Liefertermin. Der Dienstleister trägt jede Überschreitung.
- Nach Aufwand: du zahlst jeden gearbeiteten Tag oder jede Stunde, unabhängig vom Ergebnis. Der Umfang kann sich ändern — die Rechnung aber auch.
Wohin das Risiko wirklich wandert
Bei Abrechnung nach Aufwand wird jede Überraschung — ein hartnäckiger Bug, eine Integration, die länger dauert als geplant, ein Zögern bei einer Funktion — zu zusätzlich abgerechneten Stunden. Du zahlst die Lernkurve des Dienstleisters. Beim Festpreis ist genau diese Überraschung bereits abgedeckt: Der Preis bewegt sich nicht. Der Dienstleister hat den Anreiz, schnell zu arbeiten und den Umfang eng zu fassen, denn jeder gesparte Tag ist seine Marge.
Die echte Rechnung bei einer V1
Nimm eine typische SaaS-V1. Bei 500 €/Tag nach Aufwand wird aus einem Angebot von 40 bis 50 Tagen fast immer 60 bis 70 tatsächliche Tage: 30.000 bis 35.000 € statt der angekündigten 20.000 bis 25.000 €. Das Khufu-Paket dagegen liegt fest bei 15.000 €, geliefert in 7 Tagen, Quellcode inklusive. Du kennst den Endbetrag vor der Unterschrift, und er bewegt sich nicht.
Nach Aufwand finanzierst du die Unsicherheit des Dienstleisters. Beim Festpreis finanziert er sie für dich.
Wann Abrechnung nach Aufwand weiterhin sinnvoll ist
- Der Umfang ist wirklich unbekannt und ergibt sich erst nach und nach (F&E, Produkt-Exploration).
- Du hast ein internes Team, das Tag für Tag steuern und priorisieren kann.
- Das Mandat läuft über Monate, mit Prioritäten, die sich jede Woche ändern.
Unsere Haltung
Um eine V1 zu starten und ein Produkt am Markt zu testen, muss der Umfang gerade fest sein — genau das macht den Festpreis möglich und schützend. Abrechnung nach Aufwand ergibt später Sinn, wenn das Produkt lebt und du seine Weiterentwicklung intern steuerst — oder über eine klar umrissene monatliche Wartung (ab 1.490 €/Monat). Die Faustregel: Festpreis zum Bauen, Aufwand oder Wartung zum Weiterentwickeln.